Gedanken zur Zukunft der globalen Ölförderung

Jean Laherrère, zusammen mit Colin Campbell und Kjel Aleklett, einer der Gründervater von ASPO International, hat einen Artikel zur Zukunft der globalen Ölförderung verfasst. Darin spannt er einen Bogen vom Öl- zum Wirtschaftswachstum, über die USA als Energie-, Wirtschafts- und Militärsupermacht zur Unsicherheit von Ölförderdaten bis hin zum Peak Oil und schließlich zum US-Tight-Oil, dem letzten Dominostein, der fallen und Indikator des Endes einer Ära sein wird.
 

>>> Hier öffnet sich der Artikel von Jean Laherrère als PDF




Pressemitteilung zum WEO 2018 – ASPO Deutschland
Internationale Energieagentur – World Energy Outlook 2018 veröffentlicht
IEA erwartet eine dramatische Versorgungskrise bei Öl

Am 16. November hat der Chef der Internationalen Energieagentur im Wirtschaftsministerium in Berlin den diesjährigen World Energy Outlook vorgestellt (die meistbeachtete, jährliche Veröffentlichung zur globalen Energieversorgung). 
Im Hinblick auf den wichtigsten fossilen Energieträger – das Rohöl – hat er festgestellt:
„Die Ölmärkte befinden sich in einer Zeit der erneuten Unsicherheit und Volatilität."

 Was er damit meint, hat er in seiner Präsentation nur angedeutet: nämlich das Erfordernis eines „außerordentlichen, kontinuierlichen Wachstums im Sektor der unkonventionellen Ölförderung in den USA“.
Im (kostenpflichtigen) Gesamtbericht ist grafisch dargestellt, 
was er damit ausgesagt hat und was der Weltgemeinschaft angesichts des Rückgangs der Förderung aus heute betriebenen Ölquellen andernfalls bevorsteht:


Fig.: 3.13 (Globale) Ölförderung ohne neue Investitionen ab 2018
sowie Nachfrage in den Szenarien "New Policies" und "Sustainable Development"

  • Ab sofort geht die globale Jahresförderung aller Ölsorten 
    in den gegenwärtig betriebenen Ölfeldern mit ca. 6 Millionen Barrel pro Tag zurück,
  • die Bedarfe gemäß den beiden wichtigsten Szenarien werden 
    ohne erhebliche zusätzliche Investitionen bei weitem nicht gedeckt.
Das hat weitreichende Folgen:
  • Wie lange künftige Investitionen die in den nächsten Jahren größer werdende Lücke 
    zwischen alter Förderung und Nachfrage schließen werden können, ist daher die große Frage.
  • Die noch zu erwartende Ausweitung der unkonventionellen Ölförderung in den USA 
    wird die anwachsende Lücke nicht schließen können.
  • Die IEA rechnet daher mit einer Versorgungskriste (supply crunch) Anfang der 2020er Jahre.
Kommentar von ASPO Deutschland
Obige Darstellung gilt für den Fall, dass keine neuen Investitionen für Exploration und Förderung erfolgen. Die seit Anfang der 2000er Jahre stark gestiegenen Investionen haben allerdings zu keinen großen Neufunden geführt. Im Gegenteil: letztere sind auf ein historisches Tief gesunken. 
Daher hat die Ölindustrie ihre Investitionen seit 2014 stark zurückgefahren und kauft stattdessen in großem Stil Aktien zurück. 

Erstmals rechnet auch die IEA mit einem Maximum der globalen Ölförderung (Peak Oil) in wenigen Jahren – ohne es allerdings wirklich deutlich auszusprechen.

Association for the Study of Peak Oil (ASPO) Deutschland e. V. 
http://aspo-deutschland.de/index.html
Der Vorstand
Daimlerstraße 15
85521 Ottobrunn



19.11.2018 in München 

Dr. Martin Held & Dr. Werner Zittel: Metalle auf der Bühne der Menschheit – Wege zu einer zukunftsfähigen Ressourcenstrategie
19. November 2018 // 19:00 bis 21:00 Uhr
Der Umgang mit natürlichen Ressourcen ist eine Schlüsselfrage der Menschheit. Das bisher vorherrschende lineare System – Produkte werden hergestellt, genutzt und entsorgt – ist überholt. Eine zukunftsfähige Ressourcenstrategie muss vielmehr eine zirkuläre Wirtschaft zum Ziel haben.



Metalle spielen dabei eine herausragende Rolle. Denn sie sind eine der materiellen Voraussetzungen unserer Zivilisation. Der heutige Umgang mit Rohstoffen und insbesondere mit Metallen ist nicht nachhaltig, er ist vielmehr gekennzeichnet durch deren Zerstreuung und Feinverteilung in der Techno- und Ökosphäre. Diese Verschwendung oder Dissipation von Metallen hat seit Mitte des 20. Jahrhunderts rasant zugenommen.

Veranstaltungsort:
Münchner Zukunftssalon
Waltherstr. 29 RGB
80337 München

Beginn: 19:00
Eintritt frei
Anmeldung unter: anmeldung@oekom-verein.de oder 089/544 184-27



Vortrag in YouTube:

Doch (k)ein Ende in Sicht? Peak Oil, Fracking und die Zukunft der Mobilität

Der Vortrag "Doch (k)ein Ende in Sicht? Peak Oil, Fracking und die Zukunft der Mobilität"  von Jörg Schindler und Dr. Werner Zittel (beide ASPO Deutschland und Ludwig-Bölkow-Stiftung) fand am 19. Oktober 2018 im Rahmen des 12. Münchner Klimaherbstes in der Evangelischen Stadtakademie München statt.
Veranstalter waren der oekom e.V.,  die Evangelische Stadtakademie München sowie das Netzwerk Klimaherbst e.V.


Vortrag in YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=ICfLxeicQ7U
(Dauer 1:21:43)
Die Folien im PDF: Folien vom Vortrag-Doch (K)ein Ende In Sicht




Einladung Filmmatinée: "Dark Eden" (Schiefer-) Öl aus Kanada" - 21.10.2018 in München

Im nordkanadischen Fort McMurray befindet sich das größte Industrieprojekt und eines der letzten Ölvorkommen der Welt. Menschen aus der ganzen Welt kommen an diesen Ort, um durch die aufwändige Förderung von Ölsanden auf Kosten der Umwelt viel Geld zu verdienen. Die Schäden sind enorm. Auf der Suche nach den Gründen, warum Menschen diesen Preis in Kauf nehmen, vermischen sich Realität und Film: Einer der Regisseure, der nahe Fort McMurray aufgewachsen ist, erkrankt selbst an Krebs und die beiden Filmemacher müssen sich ihrem eigenen Alptraum stellen.

anschließend Filmgespräch mit den Regisseuren Jasmin Herold und Michael Beamish 
Wann? Sonntag, 21. Oktober 2018, 11:00 Uhr
Wo? Atelier Kino   I   Sonnenstr. 12  I   80331 München  (U 1,2,3,6 Sendlinger Tor, S-Bahn Karlsplatz)
Kartenvorverkauf: Citykino

19.10.2018 in München
Doch (k)ein Ende in Sicht? Peak Oil, Fracking und die Zukunft der Mobilität.


Veranstalter: Oekom e.V., Evangelische Stadtakademie München und Netzwerk Klimaherbst e.V.
Referenten: Jörg Schindler, Dr. Werner Zittel (ASPO Deutschland und Ludwig-Bölkow-Stiftung)
Moderation: Dr. Manuel Schneider (oekom e.V.)

 
Beginn 19:30
Evangelische Stadtakademie München, Herzog-Wilhelm-Strasse 24, D-80331
Info und Anmeldung: info@evstadtakademie.de
Anmeldung erforderlich, barrierefrei
Weitere Informationen unter http://klimaherbst.de/veranstaltung/doch-kein-ende-in-sicht/



Hans-Josef Fell mit dem weltweit höchst dotierten Umweltpreis ausgezeichnet.


Am 3. Oktober erhielt Hans-Josef Fell von der in Hongkong ansässigen Lui Che Woo Stiftung den mit ca. 2 Mio. Euro dotierten Lui Che Woo Preis. Damit wird sein langjähriges weltweites Eintreten für den vollständigen Umbau der globalen Energiewirtschaft auf Erneuerbare Energien gewürdigt. Insbesondere wurden von der international besetzten Jury die Bedeutung des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für die weltweite Entwicklung der Erneuerbaren Energien als zentrale Maßnahme für Klimaschutz sowie für die technologische und unternehmerische Entwicklung der Erneuerbaren. Die Jury begründete ihre Wahl vor allem mit dem Einsatz von Hans-Josef Fell als Politiker und Pionier für die Entwicklung der Erneuerbaren Energien als entscheidende Technologie zur Bekämpfung des Klimawandels und Umweltschädigungen wie Luftverschmutzung.
 
Auch der Vorstand von ASPO Deutschland freut sich und gratuliert Hans-Josef Fell zur Preisverleihung.


 
Neben Hans-Josef Fell wurden noch zwei weitere Preisträger geehrt: 
    · Den Preis für die Entfaltung positiver Energie wurde der indischen Pratham
      Stiftung überreicht, die mit 10.000 größtenteils ehrenamtlich arbeitenden
      Lehrern und Erziehern Defizite im indischen Schulsystem ausgleicht und Millionen
      von indischen Kindern dabei unterstützt, grundlegende Lese- und
      Rechenkenntnisse zu erlangen.

    · Den Preis für die Stärkung des Wohlergehens der Menschen (Welfare Betterment
      Prize) erhielt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf für ihre sich
      immer weiter verbessernde Überwachung, Vorhersage und Kommunikation von
      meteorologisch bedingten Gefahren auf globaler Ebene.
 
Weitere Informationen siehe http://www.luiprize.org


ASPO Deutschland unterstützt den zügigen Kohleausstieg


Nicht erst seit den Räumungs- und Rodungsaktivitäten im Hambacher Forst bei Köln durch RWE wird der zügige Ausstieg aus dem fossilen Energieträger Kohle aus verschiedensten Bereichen gefordert. Am 18. September 2018 äußerte sich der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in einer Pressemitteilung mit dem Titel „Kohleausstieg muss zügig umgesetzt werden, um Klimaziele zu erreichen“. Dem schließt sich die ASPO Deutschland vollumfänglich an.

„Für das Klima ist entscheidend, wieviel CO2 die Kraftwerke insgesamt noch ausstoßen, nicht wann das letzte Kohlekraftwerk vom Netz geht“, erklärt SRU-Ratsmitglied Prof. Lucht. „Damit Deutschland einen angemessenen Beitrag zu den globalen Klimazielen leisten kann, dürfen die Gesamtemissionen der Kohleverstromung in Deutschland bis zum endgültigen Ausstieg 1.500 Megatonnen CO2 nicht überschreiten.“ Das aktuelle Ziel der Bundesregierung für den Energiesektor für das Jahr 2030 ist deutlich weniger ambitioniert. Es könnte – je nach Ausgestaltung – zu Emissionen von insgesamt mehr als 2.500 Megatonnen CO2 führen.

„Wenn wir jetzt zügig die ältesten und ineffizientesten Anlagen vom Markt nehmen, können wir die restlichen Kohlekraftwerke länger laufen lassen und damit Kosten senken sowie die Versorgungssicherheit erhöhen“ präzisiert SRU-Ratsmitglied Prof. Claudia Kemfert. „Der Kohleausstieg muss durch eine innovative Strukturpolitik in den Regionen begleitet werden“.

In diesem Konsens ist auf Waldrodungen, die sich auf die Umwelt und die Natur ebenfalls stark belastend auswirken, zu verzichten.


Pressemitteilung SRU vom 18.9.2018: https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016_2020/2018_09_18_Kohleausstieg.html?nn=9732658

Jahrestagung 2018 am 10. Oktober in Potsdam

„Erdgasinfrastrukturen im postfossilen Europa
– Verschrotten oder neuer Wein in alten Röhren?"

Die globale Energieversorgung soll in wenigen Jahrzehnten von fossil auf erneuerbar umgestellt werden – das haben die Vereinten Nationen im Übereinkommen von Paris 2015 beschlossenund völkerrechtlich verbindlich 2016 nochmals bestätigt.

Die globale Ölförderung hat ihr Maximum für alle Ölsorten überschritten, und Neufunde sowie Investitionen gehen weiter zurück
– wie die Internationale Energieagentur jedes Jahr  in ihrem World Energy Outlook veröffentlicht.
Dass auch die Erdgas-Infrastrukturen nicht mehr genutzt werden können, wie bei ihrer Planung unterstellt, steht damit als Möglichkeit im Raum.  Bei allen Investitionsentscheidungen stellt sich daher heute die Frage:  Was wird mit den Leitungssystemen, etwaigen Anlagen zur Verflüssigung und Rückvergasung sowie der Infrastruktur zu den Verbrauchern in den kommenden Jahrzehnten geschehen?

Diesen Fragestellungen wollen wir  bei der diesjähringen ASPO-Jahrestagung  in Kooperation mit dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) und der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) nachgehen – wie immer im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen.


Anmeldung unter:
Per Mail info(at)vdw-ev.de
Per Telefon +49 (0)30 212 34056

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ASPO USA gibt auf

Nach der Webseite "The Oildrum" schließt nun auch ASPO USA die Pforten. Auf der Homepage kann man leider wenig über die Gründe erfahren. Dass die fossile Energie in den USA wieder Priorität bekommen hat, mag einer der Gründe sein. Immerhin hat sich das Post Carbon Institute bereit erklärt, das Thema weiter zu betreuen. Die Posts von Tom Whipple und anderen werden deswegen weiterhin dort zu lesen sein.

Jedoch geht es bei der ASPO Deutschland unverändert weiter. Wir arbeiten weiter daran, Informationen zu Peak Oil und anderen fossilen Energieträgern zu vermitteln. Denn eines ist gewiss: Peak Oil ist nicht verschwunden, nur weil das Interesse daran erlahmt ist.


Nationale und globale Energieversorgung

Die ASPO-Mitglieder Jörn Schwarz und Berndt Warm haben eine Übersicht über die Versorgungslage mit fossiler Energie zusammengestellt, aufgeschlüsselt nach Energieträgern und Sektoren. Besonders detailliert wird dabei die Lage bei Erdöl betrachtet. Ein wichtiger Punkt sind die Neufunde. Diese sind auf unter 10% des Verbrauchs gesunken. Mit Versor-gungsengpässen ist daher in Zukunft zu rechnen.

Zur Veröffentlichunge von 2018 »

Der World Energy Outlook der IEA -- Eine Analayse

Am 14. November 2017 hat die Internationale Energie Agentur ihren jährlichen Bericht, den World Energy Outlook, vorgestellt. Die IEA geht in Bezug auf Öl davon aus, dass der Nachfrage, die laut Prognosen bis 2040 auf knapp 110 Millionen Fass am Tag steigen wird, ein entsprechendes Ölangebot gegenüber steht. Die ASPO hat hat eine kritische Analyse vorgenommen.

Zur Analyse der ASPO vom 20. November 2017 »

Zur Pressemitteilung der ASPO vom 20. November 2017 » 

Leck in der Keystone Pipeline

N-TV berichtet über ein Leck in der Keystone Pipeline, über deren Erweiterung, die sogenannte Keystone XL Pipeline, in wenigen Tagen in Nebraska entschieden wird. "Der Bau der Keystone-Pipeline ist umstritten. Umweltschützer warnen immer wieder vor Lecks an den Rohren. Wenige Tage vor einer wichtigen Entscheidung zur Erweiterung der Leitung kommt es nun zu einem Druckabfall. Es treten Hunderttausende Liter Öl aus."

Zum Artikel vom 17. November 2017 »


Öl ist nicht gleich Öl

Öl ist nicht gleich Öl: Es gibt verschiedene Gütegrade von Öl, verschiedene Fördermethoden und verschiedene Verwendungen von Öl. Der Ölmarkt ist deswegen sehr komplex. Diese Komplexität wird in den Zeitungen so gut wie nie besprochen und scheint viele Kommentatoren zu überfordern. Fehleinschätzungen sind daher oft die Folge. Jörg Schindler und Werner Zittel von der ASPO haben deswegen eine kurze Einführung in die Problematik geschrieben.

Zum Artikel von (Juli 2017) »

Jahrestagung am 23.10.2017 in Potsdam

Die diesjährige Jahrestagung der ASPO findet am 23. Oktober 2017 im IASS (Institute for Advanced Sustainability Studies) in Potsdam statt. Das Thema ist diesmal "Fossile Energieträger, Dekarbonisierung und Geopolitik – Sicherheit, Versorgung, Governance". Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit dem IASS und dem VDW (Vereinigung deutscher Wissenschaftler) organisiert. Die Einladung mitsamt dem Programm sind unten verlinkt. 



Zum Programm der Jahrestagung 2017 »

Johann Mayr - Selbstfahrende Autos

Das elektrische Auto ist im Kommen, am Besten auch gleich noch selbstfahrend. Auch unser Cartoonist hat den unschätzbaren Wert dieser Fahrzeuge entdeckt.


Cartoon mit freundlicher Genehmigung von Johann Mayr veröffentlicht.